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Wir
sind keine Tierärzte und wollen an dieser Stelle auch keine
wissenschaftlichen Abhandlungen von speziellen Themen machen.
Falls Ihre Dogge größere gesundheitliche
Probleme hat sollten Sie Ihren Tierarzt oder eine Tierklinik
aufsuchen.
Hier finden
Sie Anregungen zur Prävention von Krankheiten:
Impfungen:
Im Impfpass des Welpen sollten bereits zwei Impfungen eingetragen
sein, die dritte Impfung, sechsfach Impfung (Pavovirose, Staupe,
Tollwut, Leptospirose, H.c.c.( inf. Leberentzündung) und
Zwingerhusten), wird erst ab der 12. Woche injiziert.
Nach einem Jahr wird der Hund einmal jährlich geimpft.
Würmer:
Der Welpe ist bereits vom Züchter mehrfach entwurmt, sollte
aber 14 Tage, nachdem Sie ihn abgeholt haben noch einmal entwurmt
werden.
Später kann man halbjährlich entwurmen, oder eine
Kotprobe beim Tierarzt auf Würmer untersuchen lassen. Dabei
erspart man dem Hund die chemische Keule und entwurmt nur bei
Befall.
Zecken:
Wer in zeckenreichen Gebieten wohnt sollte den Hund eventl.
auch gegen Borreliose impfen lassen.
Zecken mit einer Zeckenzange entfernen und Bissstelle mit Desinfektionsspray
besprühen.
Gegen Zecken hilft auch Knoblauch (eine Zehe oder ein Esslöffel
Pulver) im Futter.
Ohrpflege:
Ohren ein- bis zweimal in der Woche auf Ohrschmalz und Milben
kontrollieren.
Bei verschmutzten Ohren Tempo mit Babyöl tränken und
Ohren säubern - keine Angst sie können das Ohr der
Dogge nicht verletzten - es ist anders als das menschliche Ohr
aufgebaut.
Bei starker Verschmutzung Ohrreiniger in das Ohr einfüllen
und Flüssigkeit einmassieren.
Bei Verdacht auf Ohrmilben vom Tierarzt reinigen lassen.
Augen:
Von Zeit zu Zeit Augenlieder mit weicher Mullbinde säubern.
Bei starker Rötung oder starkem Ausfluss Tierarzt konsolidieren.
Zähne:
Zur Reinigung der Zähne helfen harte Hundekekse und Kauknochen.
Alternativ kann man auch wöchentlich rohe Rindknochen füttern.
Bei der jährlichen Impfung auch Zähne vom Tierarzt
kontrollieren lassen.
Fellpflege:
Einmal die Woche (im Fellwechsel öfter) sollte Ihre Dogge
mit einem Gumminoppenhandschuh gebürstet werden. Beim Bürsten
das Fell auf Flöhe untersuchen.
Blutwerte:
Im Welpen und Junghundealter sollten Sie das Blut auf das richte
Calcium/Phosphorverhältnis untersuchen lassen.
Überfordern
sie Ihren Hund nicht.
Auch an
Hitze muss sich Ihre Dogge gewöhnen.
Achten Sie
immer auf das richtige Gewicht - NIEMALS ZU FETT.
Lieber einen gesunden schlanken Hund, als einen dicken kranken
(auch wenn das manche Richter anders sehen).
HERZMUSKELERKRANKUNGEN:
ERWEITERUNG DES HERZMUSKELS
D C M - dilated Cardiomyopathy
Übersetzung des Nachdruckes mit Genehmigung der Autoren:
Mary Anne Zanetos, J.P.Yousha und Ginnie Saunders
2005 Mary Anne Zanetos (zanetos@danelinks.com)
übersetzt von Bernd Völxen
Was ist das: Erweiterung des Herzmuskels ?
Herzmuskelerkrankung ist die generelle Bezeichnung für
eine Reihe von Herzerkrankungen und deren besondere Untergliederungen.
Was sie gemein haben ist die Funktionsstörung des Herzmuskels
(Myocardium) wobei das Herauspumpen des mit Sauerstoff angereicherten
Blutes in die Muskulatur und andere Organe gestört wird.
Die Herzmuskelerkrankung resultiert ultimativ in Herzstillstand,
Störung des Herzrhythmus ( Arhythmus) oder im plötzlichen
Tod des Hundes.
Im Zusammenhang mit Untersuchungen bei Deutschen Doggen ist
diese Art der Herzmuskelerkrankung(DCM) eine präzis definierte
Unterart . Sie entsteht durch die Störung der zur Bildung
von normalem Herzgewebe notwendigen Prozesse. Der Herzmuskel
verliert seine Elastizität, wird ausgedehnt und dünn,
ein Prozess, den man Erweiterung nennt. Die Herzkammer verliert
ihre Elastizität, die Fähigkeit sich zusammenzuziehen
wird unregelmässig und die Funktion zum Pumpen des Blutes
wird schwächer. Das Herz wird grösser, nicht nicht
nur wegen der Erweiterung sondern auch als Gegenmassnahme damit
der Blutdruck und die Flüssigkeitsbalance im Körper
erhalten wird. Dabei führt es auch zu einer Störung
der elektrischen Herzfunktionen, des Herzrhythmus und in einigen
Fällen zum plötzlichen Tod. Die Herzerkrankung verstärkt
sich rasch und ist einige Wochen nach der Diagnose meistens
tödlich.
Die Erkrankung bei den Deutschen Doggen ist verschieden von
der "a-rhythmischen Art der Herzmuskelerkrankung"
bei Boxern, Bulldoggen und anderen Rassen, wo der Hauptdefekt
im Nervensystem des Herzens liegt. Das Meiste, was man in der
Literatur über "cardio" bei diesen Rassen liest
hat nichts mit der Deutschen Dogge zu tun.
Bei den Deutschen Doggen zeigt die DCM eine deutliche Bevorzugung
männlicher Hunde: etwa 90-95% der Fälle sind Rüden.
Die meisten sind im mittleren Alter aber bei jungen erwachsenenen
Rüden ist es auch häufig auffindbar, besonders in
den Linien, wo DCM bereits in den Ahnen auftaucht (Meurs et
al., 2001) Die sorgfältige Analyse von Ahnentafeln zeigt
meistens befallene Verwandte und ungeklärte Todesfälle
besonders bei den männlichen Nachkommen einer Zuchthündin.
In den meisten Fällen gibt es keine Vorwarnung von DCM.
Der Hund kollabiert und stirbt ganz plötzlich, möglicherweise
als Resultat von Herzrhythmusstörungen und Herzflimmern,
welches die Kontraktionen der Herzkammern entsynchronisiert
und dabei die Blutzirkulation hemmt. DCM zerstört die Muskelzellen
entlang der Nerven, behindert die Zirkulation und bewirkt eine
Herzstockung ( wie ein elektrischer Kurzschluss). Wenn ein lebender
Hund regelmässig untersucht wird findet man typische Zeichen,
wie unregelmässige Herztöne ( mit dem Stethoskop).
Anzeichen für Stauungen im Herz und Ödeme ( Schwellungen
hervorgerufen durch gestaute Flüssigkeit) können sich
im Brustkorb, in der Bauchhöhle und in den Läufen
befinden. Im vorgerückten Stadium von DCM werden labormässig
typische Abnormitäten und Anorexien diagnostiziert. (Bonagura
2002) Sollten diese Zeichen und Symptome auftreten kann der
Tierarzt eine vorläufige Diagnose auf DCM stellen, diese
muss aber durch einen Ultraschalltest ( Echocardiogramm) bestätigt
werden. Es können auch andere Abnormitäten vorhanden
sein, ein Bruch in der linken Herzkammer von weniger als 25
% gleichzeitig mit einem systolischen Volume Index
von >30 ml/m2 Körperoberfläche wird als DCM diagnostiziert
(Meurs et al., 2001)
Meine Hunde haben keine Herzerkrankungen - was geht's mich an
?
Gemäß der Studie des GDCA ( Great Dane Club of America
) in 2002 über die Nationale Gesundheit ( Zanetos et al.,
2004) sind die Herzerkrankungen als das heute hauptsächlichste
Gesundheitsproblem der Deutschen Doggen erkannt worden. Es war
die Todesursache # 1 bei den Rüden und dabei wurden die
Krankheiten Krebs und Magenumdrehung überholt, die jetzt
auf Rang #2 und #3 liegen. Statistisch gesehen ist die Relation
zwischen dem männlichen Geschlecht und den Herzerkrankungen
signifikant hoch (p<0.0001), tatsächlich war es die
am stärksten festgestellte Beziehung, wenn man die Gesundheitskondition
nach Geschlecht, Farbvariante usw. untersucht. Die Studienbeteiligten
haben die Herzerkrankungen und Herzprobleme als die # 3 unter
den TOP 10 der Gesundheitsprobleme in ihrem Bereich und als
die #2 für die Rasse insgesamt beziffert. Das ist ein klarer
und bestürzender Beweis eines ernsten Problemes, welches
mehr und mehr die Züchter in Zukunft beschäftigen
wird, wenn sie sich nicht
beeilen es zu identifizieren, die befallenen Rüden und
ihre Töchter aus der Zucht zu
entfernen.
Wie vererbt sich DCM ?
Die (Meurs et al.,2001) veröffentlichten Fälle und
die zusätzliche Analyse der Autoren (Mary Anne Zanetos
und J.P.Yousha) von über 40 Ahnentafeln von Deutschen Doggen,
die von DCM befallen waren liefern bestürzende Beweise,
nicht alleine, dass DCM vererbt wird, sondern dass es über
ein rezessives x-link vererbt wird.
Was genau ist ein rezessives x-link ? Saunders (2002) gibt
hier eine deutliche Erläuterung: auf der Hochschule haben
Sie möglicherweise in Biologie gelernt, das das weibliche
Geschlecht 2 X-Chromosomen und das männliche 1 X-Chromosom
und 1 Y-Chromosom hat. Zum Zeitpunkt der Empfängnis gibt
das weibliche Geschlecht eins des beiden X-Chromosome an das
männliche Geschlecht entweder das X - oder das Y-Chromosom.
Sollte das männliche Geschlecht das X-Chromosom weitergeben
wird der Nachwuchs weiblich. Im Falle, dass es das Y-Chromosom
weitergibt wird der Nachwuchs männlich. In allen Fällen
gibt es viele mögliche Variationen (allele) jeden Genes.
Sehr oft bleibt eine Version "still", wenn eine Verpaarung
mit einer anderen Version geschieht. Diese genetische Version
wird dann als "rezessiv" bezeichnet, aber nur dann,
wenn es nicht mit einer anderen dominanteren, viel kräftigeren
Version verpaart wird. Bei autosomalen Chromsomen (nicht geschlechtlichen)
bedeutet das, dass das rezessive Gen bei beiden Chromosomen
vorhanden sein muss, um sich selbst zu festigen . Im Falle von
geschlechtlichen Chromosomen wird sich das einzelne rezessive
Gen ( X-Chromosome) in männlichen Tieren selbst manifestieren,
da es keinen Gegenlink für das Y-Chromosome findet. Das
bedeutet, dass ein männlicher Nachkomme die mit dem X-Chromosome
verlinkten rezessiven Gene seiner Mutter hat und dem Einfluss
dieser Gene unterliegt.
Die praktische Bedeutung hieraus ist, dass ein männlicher
Nachkomme eines Rüden, der DCM hat, nicht dessen DCM Gene
erbt, da der Deckrüde -per Definition -immer seine Y-Chromosmen
an seine Söhne vererbt. Andererseits erhalten alle seine
Töchter die defekten Gene, da der Deckrüde seine X-Chromsomen
zur Erzeugung von Töchtern(XX) weitergibt . Da es sich
hierbei aber um eine rezessive Aktion handelt werden seine Töchter
nur dann DCM befallen sein, wenn sie "2" mal das defekte
Gen erhalten. Im Normalfall jedoch erbt eine Tochter nur ein
Mal das defekte X und wird damit zum Träger. Solche Hündinnen
weisen bei Untersuchungen selbst keine Anzeichen von DCM auf,
trotzdem geben sie das defekte DCM Gen an ihre Nachkommen weiter.
Männliche Nachkommen von Trägerhündinnen haben
eine 50 : 50 Chance das DCM Gen zu erben, da sie entweder das
normale X der Mutter erhalten, oder das X erhalten, das sie
vom Deckrüden, der DCM hat, erben. das heisst, da dieses
X rezessiv und unverlinkt ist, genügt ein DCM Gen um einen
männlichen Nachkommen mit DCM zu zeugen. Wenn eine Hündin
DCM hat, dann hat sie das defekt Gen 2 Mal erhalten. Das kommt
selten vor, geschieht aber dann, wenn eine sehr enge Liniezucht
vorliegt oder wenn mit 2 Zuchtlinien, mit DCM, gezüchtet
wird.
Die Vererbung von X- verlinkten rezessiven Eigenschaften erklärt
verschiedene Dinge, die schon seit Langem über DCM bei
Deutschen Doggen bemerkt wurden: (1) es betrifft nahezu immer
die männlichen Hunde; (2) es scheint in den Ahnentafeln
jeweils eine Generation zu überspringen ( manchmal sogar
zwei ); (3) Töchter von DCM Rüden ( Trägern von
DCM) bringen Söhne mit DCM hervor, egal welcher Deckrüde
gewählt wurde.
Saunders(2002) verdeutlicht in einer exzellenten Erklärung
anhand von Diagrammen alle möglichen Verbindungen von Befallenen,
Trägern und freien (normalen) Elterntieren und dazu die
korrespondierenden Eventualitäten von DCM in den Nachkommen.
Nachzuschauen unter: http://www.ginnie.com/DaDane300.shtml
(aus urheberrechtlichen Gründen können wir nur die
Quellen angeben - Bei Rückfragen helfen wir gerne - B.Völxen)
Warum passen manche DCM"Fälle" nicht in die
üblichen Vorkommensweisen ?
1. Statistiken geben oft Einzelfälle befallener Würfe
nicht akurat wieder. Es ist vergleichbar mit den "2 Seiten
einer Medaille", wenn im Durchschnitt über eine große
Zahl von Würfen sich die theoretischen Zahlen in den tatsächlich
vorkommenden Fällen wiederspiegeln. Für den Fall ,
dass in einem Wurf, dessen Vater ein DCM-Träger ist, alle
Welpen männlichen Geschlechtes sind wird DCM nicht vererbt
und es stirbt innerhalb einer Generation aus. Leider bringen
kleine Würfe oft keine befallenen Welpen und beweisen damit
das Vorkommen von DCM in dieser Generation nicht. Manchmal sind
Geschwister, die auch in der Ahnentafel stehen sozusagen Familienmitglieder,
die mitgezählt werden müssen.
2. Vergleich der Todesursachen. Da DCM typischerweise Rüden
im mittleren Alter befällt, sterben damit einige Träger
eigentlich zu früh, um DCM nachzuweisen. Einige sehr bekannte
Rüden starben aus anderen Gründen, wurden aber später
als DCM-Träger "überführt", nachdem
mehrere Töchter DCM Söhne warfen.
3. Unzureichende Informationen in den Ahnentafeln. Einige Berichte
stammen von obskuren Ahnentafeln aus welchen keine Informationen
über die Gesundheit der verwandten Tiere erhältlich
sind. Manchmal sind Züchter nicht bereit über die
Todesursache von wichtigen Tieren in einem Abstammungsnachweis
zu sprechen . In anderen Fällen gab es keine definitive
Diagnose vor dem Tod und es gab keinen Autopsiebericht, sodass
DCM wahrscheinlich die unbestätigte Todesursache war. Hieraus
resultiert, dass viele Ahnentafeln fragliche oder gar fehlende
Daten aufweisen.
4. Einige Ahnentafeln weisen Vater und Sohn als DCM Träger
aus. Augenscheinlich ist es so, dass eine direkte Vererbung
geschieht, meistens nach Überprüfung passiert es dann,
dass bis dahin als Träger unerkannte Hündinnnen erkannt
werden und alles passt dann zusammen. Dies passiert häufig
in Ahnentafeln aus Linienzuchten, wo die gleichen Individuen
oder Geschwister auf beiden Seiten vorkommen.
5. Einzelgänger kommen vor und Hunde, deren Diagnose nur
eine angenommene oder aus Gerüchten entstandene Information
war. Die Diagnosen wurden durch Autopsien bestätigt oder
von den Besitzern zugegeben. Auch kommen Herzerkrankungen, die
zum plötzlichen Tod führen vor, die zwar aus einer
Serie von DCM Fällen herleiten aber durch ihren Verlauf
die Regeln der Vererbung nicht bestätigen und nicht den
Erwartungen entsprechen. Dann kann es zu falschen Vermutungen
kommen, die unbedingt vermieden werden müssen.
6. Nicht alle Herzerkrankungen oder plötzlichen Todesfälle
bei Deutschen Doggen gehen auf das Konto der DCM. Zumindest
ein Stamm von Doggen weist eine vererbte Form der "A-Rhythmogenischen
Herzerweiterung (ACM) auf, vergleichbar mit der " Boxer
Cardio", die dort über mehrere Generationen hinweg
auftrat. Diese Hunde sterben gewöhnlich ohne eine vorherige
Diagnose. Viele sind sehr jung, typischerweise unter 2 Jahren.
Bei einer Autopsie weisen sie nicht die Anzeichen einer Herzerweiterung,
die für DCM typisch ist, auf. Wie beim Boxer scheint ACM
als dominanter autosomaler Faktor aufzutreten, der sich sehr
kompatibel über Mutter und Vater an den Welpen vererbt.
Ganz im Gegenteil zu DCM ist ACM wenig oder gar nicht bei den
männlichen Tieren disponiert( Meurs et al., 1999) . Verengungen
der Sub-Aorta kommen bei Deutschen Doggen als angeborene Defekte
vor und werden vor allen Dingen bei plötzlichen Todesfällen
diagnostiziert. Sie treten meistens im frühen Alter auf,
bevor damit gezüchtet werden kann. Bei Untersuchungen des
Herzens kann es frühzeitig entdeckt werden, besonders wenn
ein Echogramm gemacht wird. ( Doppler ). Auf alle Fälle
ist bei einem plötzlichen Todesfall notwendigerweise eine
Autopsie durchzuführen, damit man DCM ausschliessen kann
und die wahren Ursachen findet.
Wenn DCM eine "männliche" Krankheit ist, warum
werden dann ältere Hündinnen damit diagnostiziert
? Ist es das gleiche klinische Bild wie DCM ?
Viele Tierärzte benutzen die Bezeichnung "Herzerkrankung"
als generelle Beschreibung, die sich auf alle möglichen
Krankheiten des Herzmuskels beziehen. Dazu gehört auch
die Problematik, die wir bei älteren Menschen sehen, deren
Herz nicht mehr effektiv genug, bedingt durch die schwindende
Elastizität des Herzmuskels oder unzureichender Herzklappenfunktion,
nur teilweise das Blut mit jedem Herzschlag aus den Kammern
pumpt. Diese alten Herzen sind schlicht verbraucht. Aber dieser
Zustand kann ganz klar von der DCM unterschieden werden da er
nicht die massive Herzerweiterung oder die charakteristischen
pathologischen Veränderungen wie bei DCM aufweist. Die
Autoren haben ein paar Fälle von jungen Hündinnen
oder Hündinnen mittleren Alters gesehen, wo durch Echogramm
oder eine Autopsie DCM bestätigt wurde. Sie waren alle
von Stämmen mit vielen befallenen Tieren. In einem Falle
war ein zuvor nicht diagnostizierter Deckrüde untersucht
worden, da seine Tochter DCM hatte und dann wurde es auch bei
ihm festgestellt.
Welche alternative Erklärungen gibt es ? Ist DCM nicht
ein "neues" Problem?
Impfstoffe, Gifte, Infektionen, Taurin- oder Karnitin Mangel
und viele andere nicht-genetische Theorien wurden als Grund
für DCM aufgestellt. Die meisten wurden in überwachten
wissenschaftlichen Magazinen untersucht und verworfen. Wichtig
ist dabei, dass keine dieser Alternativen erklärt, warum
offensichtlich Generationen übersprungen werden, Hündinnnen
als Träger vorkommen und die männlichen Tiere eine
derart vorherrschende Position einnehmen.
Obwohl die Befürworter von alternativen ( nicht genetischen
) Erklärungen angeben, dass DCM bis in die späten
70er unbekannt war und eine Verbindung zur Parovirose sahen,
bestätigen ältere Doggenzüchter, das DCM ihrer
Erinnerung nach schon sehr früh in einigen Blutlinien ein
Problem darstellte. Meine Dokumente berichten über Fälle
in 1950ern.
Ein Grund, warum wir DCM als ein neues Phänomen empfinden
hat damit zu tun, dass wir bessere Möglichkeiten der Erkennung
haben. Das Echokardiogramm war bis in die frühen 80er nicht
anwendbar und wurden von den Tierärzten nicht eingesetzt.
Dazu kommt, dass DCM Fälle erst in Autopsien diagnositiziert
wurden und was auch heute nur in einigen wenigen Fällen
durchgeführt wird.
Der andere Grund, warum wir DCM als ein wichtiges Problem ansehen
liegt darin, dass wir vermehrt Vorfälle haben. Bis vor
Kurzem wussten wir nicht, wie diese Krankheit vererbt wird und
während die Züchter ihre von DCM befallenen Rüden
aus der Zucht genommen haben hatten sie nicht verstanden, dass
die Verbreitung von DCM hauptsächlich durch die Töchter
der Rüden ( die Trägerinnen) geschieht. So wurde mit
ihnen weitergezüchtet. Andere Züchter akzeptieren
nicht die Beweise und sehen DCM nicht als erblich an. Andere
sind überzeugt, dass DCM von Viren verursacht wird, durch
Umwelteinflüsse passiert, durch Mangelernährung kommt,
Impfstoffe dafür verantwortlich sind oder nicht genetische
Ursachen hat und züchten mit den DCM Rüden und deren
Töchtern weiter. Dabei erhalten und verbreiten sie das
Problem. Andere, die den plötzlichen Tod erfahren, ihn
nicht weiter ergründen, tragen ebenso zum Problem bei.
Oft wird ein Herzschlag, ein Aneurisma, eine allergische Reaktion
oder ein unbemerktes Trauma als Grund angeführt. Das mögen
die richtigen oder die falschen Gründe sein. Aber begeht
man den Fehler DCM nicht durch eine Autopsie auszuschliessen
dann erlaubt man den Nachkommen möglicherweise "mit"
DCM zur Zucht weiter verwandt zu werden.
Es ist richtig, dass es Fälle von DCM bei Deutschen Doggen
gibt wo über eine lange Zeit unbemerkt eine Schilddrüsenüberfunktion
vorlag, aber das sind wenige Ausnahmen. Entgegen typischen DCM's
stellt sich bei Entfernen der Schilddrüse und anschliessender
Behandlung eine dramatische Verbesserung ein. Virose and bakterielle
Infektionen können eine Rötung und Reizung des Herzen
( Endocarditis) hervorrufen, aber das kann von DCM klar und
definitv unterschieden werden und pathologische Veränderungen
und/oder Labortests werden die Identifikation der Bakterien
oder des Virus ermöglichen. ( Tidholm and Jonsson 2005)
Was kann ich tun, wenn ich bereits einen Wurf/Würfe mit
Trägern von DCM hatte ?
Zuerst muss man sich absolut sicher sein, ob die in Frage kommenden
Hunde DCM haben oder hatten. Nachweise in Form von Röngtenaufnahmen
des Brustbereiches, Abhören (Stetoskop) oder andere Symptome
müssen mittels dem Echokardiogram bestätigt werden.
Alle plötzlichen Todesfälle oder andere Todesfälle,
wo keine Krankheitsdiagnose vorausgegangen ist müssen einer
Autopsie unterzogen werden.
Selbst wenn eine Todesursache identifiziert wird, die nicht
als ursächlich mit dem Herzen in Verbindung gebracht wird
soll ein erfahrener Pathologe DCM als Ursache oder Teilursache
ausschliessen können. Todesursachen, die die Besitzer als
Pneumonie, Unfallverletzung, Insektenstich oder allergische
Reaktion usw. erklären werden manchmal als DCM oder andere
Herzerkrankungen nach einer Autopsie neu definiert. Andererseits
werden plötzliche Todesfälle, die als DCM eingeordnet
waren möglicherweise nach einer gründlichen Untersuchung
als Aneurisma, Schlaganfall, Vergiftung, Kreislauferkrankung
oder nicht dem Herzen zuzuordnende Ursache erkannt.
Sobald die Todesursache feststeht muss man sorgfältig
alles notieren und auch von den Verwandten, so viele wie nur
möglich, Informationen zu deren Todesursachen registrieren
. Oft gibt es Hinweise in den Geschwistern der Elterntiere oder
Großeltern, sodaß man unbedingt auf die weiteren
Verwandten sein Augenmerk richten muß. Behalten Sie die
Kopie der Postmortem- Berichte.
Es kann sein, dass DCM von mehr als einem Gen verursacht oder
begünstigt wird und dass bestimmte Gesundheitsfaktoren
und Umwelteinflüsse bestimmen in welchem Alter es auftritt.
Es scheint deutlich, dass die X-verlinkte rezessive Variante
für die grosse Mehrheit der bestätigten Fälle
verantwortlich ist.
Risikobewältigung
1. der DCM befallene Hund : wenn ein Hund, gleich ob Rüde
oder Hündin als DCM-positiv bewertet wird muss er/sie aus
der Zucht genommen werden. Auf der Ahnentafel muss ein Vermerk
stehen und tiefgefrorene Spermien sollten vernichtet werden.
2. Töchter des DCM Hundes müssen als Trägertiere
in der Ahnentafel kenntlich gemacht werden. Aufgrund der hohen
Wahrscheinlichkeit dass hieraus wiederum beides DCM-Söhne
und Töchter (50% Wahrscheinlichkeit vorausgesetzt der Rüde
ist frei von DCM) die Überträger sein können
sollten diese idealer Weise auch aus der Zucht genommen werden.
3. Wurfgeschwister und Vollgeschwister tragen ein hohes Risiko
Brüder eines Wurfes tragen ein 50%-iges Risiko Träger
von DCM zu sein und die Schwestern ebenso ein 50%-iges Risiko
Träger zu sein, wobei vorausgesetzt wird, dass von der
anderen Seite der Abstammung kein DCM herrührt. Möglichst
jährliche Echokardiographien, in Verbindung mit "aufmerksamen
Beobachten ( siehe # 5 ) sind sehr empfehlenswert.
4. Söhne von DCM Trägern/ Rüden stellen theoretisch
kein Risiko dar, da
sie das Defektgen nicht von ihren Vätern erben. Jedoch
haben die Autoren herausgefunden, dass diese Hunde manches Mal
Mütter haben,( besonders im Falle von Linienzuchten), die
aber selbst Träger sind. Aus diesem Grunde sollen diese
Söhne von DCM Rüden sehr vorsichtig eingesetzt werden.
5. Söhne von Trägerhündinnen haben eine 50%-ige
Chance das Gen für
DCM zu besitzen. Natürlich ist da auch eine 50%-ige Chance
dass sie es nicht
haben. Sollten es aber aussergwöhnliche Hunde sein und
sehr bedeutend für Ihr Zuchtprogramm sein, dann ist "sorgfältiges
Beobachten" eine Vorsorgemassnahme um Risiken zu vermeiden.
Das heisst auch, dass Sie die Zucht verschieben müssen,
bis das gefährliche Rüdenalter, in welchem er DCM
bekommen könnte, vorüber ist( 6-7 Jahre alt). Wenn
er gesund ist und das Echokardiogramm keine Anzeichen einer
Herzerkrankung aufweist, dann kann man eventuell seinen, im
besten Alter eingefrorenen, Samen einsetzen. Dafür müssen
Sie dann natürlich eine Hündin auswählen, von
der es ziemlich sicher ist, dass sie keine Trägerin ist
und die Besitzer müssen das Risiko kennen und akzeptieren.
Eine noch sicherere Option ist auf den Tod des Hundes zu warten
und nach der Autopsie, mit allen pathologischen Details der
Herzuntersuchung, Entscheidungen anzustellen. Es ist hierzu
wichtig festzustellen, dass eine histologische Feststellung
im Frühstadiums der DCM möglich ist, bevor klinische
und echokardiologische Beweise für die Existenz der Herzerkrankung
da sind. (Tidholm and Jonsson 2005). Angenommen es gibt keine
Anzeichen von DCM, dann kann von diesem Hund mit gefrorenem
Samen gezüchtet werden und die Hündinnenbesitzer sollten
informiert sein.
Was kann zur Prävention von DCM in Zukunft getan werden
?
Es ist offensichtlich so, dass das Züchten mit Hunden,
die sie nicht selbst gesehen
haben und deren Verwandte unbekannt sind, für Sie damit
das Risiko DCM zu bekommen vergrössern. Die Autoren kennen
Neuzüchter ( und welche die nicht mehr ganz so neu sind)
gefrorenen Samen von verstorbenen Rüden und heutigen Rüden,
die selbst jung starben, mit verheerenden Resultaten einsetzten.
Sollten Sie solche Zuchtmassnahmen vorhaben, dann ist es erforderlich
genau die Todesursache des Rüden zu recherchieren und den
Besitzer, der den Hund zu dessen Lebzeiten kannte zu befragen.
Seien Sie bei Todesfällen von jungen Rüden, über
der Todesursache keine Diagnose oder eine Autopsie vorliegt
sehr vorsichtig. Wann immer möglich suchen Sie sich Rüden
aus Linien, wo die Rüden lange lebten.
Obwohl sich DCM in der Population der Deutschen Doggen immer
weiter ausbreitet gibt es noch Züchter und Blutlinien,
in welchen ein niedrigeres Risiko vorherrscht. Ironischerweise
reduziert sich das Risiko bei Linienzuchten, in welchen DCM
noch nicht vorkommt, da kaum fremde Hunde miteinbezogen werden,
während die Linienzucht in Beständen, wo DCM bereits
existent ist das Risiko vergrössern.
Die gegenwärtige Praxis(B.Völxen: in den USA) schwarze
Hündinnen mit gelben Rüden zu verpaaren wird das Vorkommen
in der schwarzen Population vergrössern, da derzeit das
Vorkommen im Farbbereich gelb und gestromt höher als bei
den reingezüchteten Schwarzen ist.
Welchen Wert haben Kardiologische Untersuchungen ?
Leider kann man periodische Herzuntersuchungen, selbst bei
Anwendung von Echokardiogrammen, nicht als die globale Präventivstrategie
ansehen. DCM schlägt sehr rasch zu und entwickelt sich
sehr schnell. Es gibt keine lange "ruhige"Phase, während
derer die Krankheit existent ist und mit dem Echokardiogram
bereits vor den klinischen Symptomen festgestellt werden kann.
Scheinbar gesunde Hunde, die keinerlei verräterische Anzeigen
aufweisen oder während Routinechecks auffällig werden,
entwickeln sehr plötzlich und innerhalb weniger Wochen
die klinischen Symptome. (Sleeper et al.; 2003). DCM kommt typischerweise
oft bei Doggen mittleren Alters vor und diese Hunde haben oft
schon gedeckt und Würfe gebracht bevor sich die Symptome
der Krankheit zeigen. Es muss auch gesagt werden, dass Herzuntersuchungen
zum Aufspüren von Trägerhündinnen ziemlich sinnlos
sind, da es keinerlei Abnormitäten zu entdecken gibt. Aus
diesen Gründen ist es sinnvoll die Ahnentafeln gründlich
zu studieren und befallene und riskante Hunde aus der Zucht
zu nehmen. Das ist die effektivste Strategie um die Verbreitung
von DCM zu verhindern.
Obwohl das jetzt so gesagt wurde muss man festhalten, dass
die Herzuntersuchung trotzdem die beste Methode ist befallene
Hunde zu erkennen. Rüden, die zur Zucht genommen werden
sollten jährlich untersucht werden, auch nach ihrer Zuchtverwendung
im höheren Alter. Es ist ein Märchen, dass wenn ein
Hund 6 bis 7 Jahre alt wird und keine DCM Anzeichen aufweist,
dass er es nicht dennoch bekommen kann. Die Autoren haben mehrere
Fälle bestätigt gefunden, wo DCM im Alter von 7 Jahren
und später festgestellt wurde. Die Früherkennung von
DCM gibt ganz klar einen klinischen Vorteil. Medizinische Therapien
können den Fortschritt der Krankheit verlangsamen, die
Symptome abmildern und die Lebensqualität generell verbessern.
Eine vor der hautpsächlichen Erweiterung und vor der Zerstörung
begonnene Therapie ist auf alle Fälle viel erfolgreicher.
Die beste Lösung wäre ein genetischer Test, der die
DCM Träger einwandrei identifizieren könnte, bevor
sie zur Zucht genommen werden. Diese Tests könnten ja bereits
an dem gefrorenen Samen vorgenommen werden. Das heisst es ist
ratsam gefrorenen Samen wertvoller Tiere, deren DCM-Status unbekannt
ist, weiter zu bevorraten, denn es laufen zur Zeit Studien,
die einen solchen Test erforschen.
Weiteres unter: http://www.gdca.org/health/cardiostudy.htm
Zusammenfassung:
Wir sind es uns und unserer Rasse schuldig DCM als ein vordringliches
Problem einzustufen und unsere Bemühungen zur Erkennung
von Trägertieren, die aus den Zuchtprogrammen genommen
werden müssen, zu vertiefen. Die Schlüssel dazu sind:
(1) ehrlicher Erfahrungsaustausch bezüglich der Abstammungen
und der Ahnentafeln (2) mit Eifer alle Festellungen und Dokumentationen
über plötzliche Todesfälle wo es keine zu vor
diagnostizierte Krankheit gab registrieren - und (3) Stop dem
Einsatz von befallenen Rüden und Trägerhündinnen
nachdem die DCM-Diagnose positiv ausfiel und Welpen gezüchtet
wurden.
Das sind keine einfachen Entscheidungen. Züchter haben
viel in die Aufzucht, das Training und das Ausstellen der Hunde
investiert, die für die Zucht bestimmt sind. Und wenn dann
der erste Todesfall eintritt ist es unser erster Gedanke Ausreden
zu erfinden und die Informationen zu vertuschen, da wir es persönlich
nehmen und fürchten andere würden etwas über
die Hunde sagen, für die wir so viel Zeit geopfert haben,
Gefühle gehabt haben. Das ist die menschliche Natur. Aber
die Zukunft unserer Rasse liegt in Entscheidungen, die heute
gefällt werden, in den Aktionen, die manche wegen ihres
Unglückes anstellen und sehr wichtig, was wohl die anderen
Züchter über die reden, die die schwere Entscheidung
treffen ihre Hunde aus der Zucht zu nehmen, damit offen die
Problematik zugeben und andere davor bewahren die gleichen Schicksale
zu erleiden.
Bitte die Referenzangaben aus dem englischen Originaltext entnehmen.
Nachtrag vom Februar 2006 (Übersetzung Katja Hasselbeck)
An der Texas A&M University (TAMU) wird derzeit mit Unterstützung
des amerikanischen Doggenclubs GDCA und der Canine Health Foundation
der AKC eine eingehende Untersuchung der dilatativen Kardiomyopathie
bei der Deutschen Dogge durchgeführt.
Diese Untersuchung hat einen zweigeteilten Ansatz und beschäftigt
sich sowohl mit dem klinischen Krankheitsbild als auch mit der
weiteren Erforschung der genetischen Grundlagen.
Für die Studie werden sowohl Proben genetischen Materials
als auch finanzielle Unterstützung gesucht. Für weitere
Informationen wenden Sie sich bitte an
JP Yousha
Health & Research Committee, GDCA
danehealth@gdca.org
Um an der Studie teilzunehmen, wenden Sie sich bitte an
Stephanie Herbst, Canine Genetics Lab
sherbst@cvm.tamu.edu
Telefon Labor: 979-845-5634
Telefon Mobil: 979-575-6895
Fax 979-845-9231
TAMU-College of Veterinary Medicine
Dept. of Pathobiology (MS4467)
Canine Genetics Lab-Murphy Lab:
Attn: S. Herbst
Rm 215, VMS Bldg.
College Station, TX
77845-4467
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